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Unsere Kirche

Ins Gefängnis für Immanuel Kant

von am 18 Sep. 2013, gespeichert unter Glaubenssache

Aber von den Tagen Johannes des Täufers bis heute leidet das Himmelreich Gewalt, und die Gewalttätigen reißen es an sich. (Matthäus 11,12)

Nachdenkliches – Gerade habe ich noch laut aufgelacht über das, was ich da las. In der russischen Stadt Rostow am Don war ein Mann beim Einkaufen mit zwei anderen Kunden ins Gespräch gekommen. Es ging immer heftiger zu Sache, es flog eine Faust und schließlich wurde geschossen. Gestritten hatte man sich über den 1804 gestorbenen Philosophen Immanuel Kant. (sda 16.09.2013, 14:50 / orf.at/stories/2198716) Na so was. Ich bin ja auch schon in der Schlange vor der Kasse ins Gespräch gekommen. Aber noch nie über Kant – Glück gehabt!
Und da ist mir das Lachen im Hals stecken geblieben. Weil Menschen zu Schaden gekommen sind. Weil es schon normal ist, dass Menschen sich wegen einer Religion umbringen – nur eben nicht wegen Kant. Und dann ist mir auch noch eingefallen, dass ich letztens selbst in Streit geraten bin. Und später verwundert war: „Wieso streite ich mich eigentlich – und dann auch noch darüber?“ Aber es geht. Ganz einfach.
Es sagt sich leicht: Sachlich bleiben, dafür Sorge tragen, dass ein Konfliktgespräch lösungsorientiert bleibt und lieber das Gespräch an einem anderen Ort zu einer anderen Zeit fortsetzen, womöglich mit einem hilfreichen Dritten. Glücklich, wer das immer umsetzt! Jesus, der die Sanftmütigen selig preist, führte Gespräche, beispielhaft sachlich und gleichermaßen einfühlsam, zum Beispiel mit der Frau am Jakobsbrunnen, dem reichen Jüngling oder mit Petrus.
Was also, wenn es nicht Kant, sondern Gott ist, den es zu verteidigen gilt? Und wenn ich gerade überhaupt keine Lust habe, gemeinsam, auf Augenhöhe und sanftmütig nach den Wegen Gottes zu suchen? Wenn ich die Wahrheit verteidigen muss? Fragen lassen muss ich mich dann, ob ich mir nicht anmaße, an die Stelle Gottes zu treten und über andere Menschen und über das, was sie vertreten, zu richten. Und ob ich damit nicht gerade dem Himmelreich Gewalt antue.

„Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte (Matthäus 18, 1 – 4)

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Hirnlos

von am 30 Dez. 2012, gespeichert unter Glaubenssache

„Ihr Kleingläubigen, … begreift ihr immer noch nicht? Erinnert ihr euch nicht an die fünf Brote für die Fünftausend und daran, wie viele Körbe voll ihr wieder eingesammelt habt?“ (Matthäus 16,8-9)

Nachdenkliches – Als ob das mit dem Begreifen so einfach wäre. Dazu müsste man was im Kopf haben. Doch was haben wir eigentlich im Kopf?
In den 80er Jahren machte ein junger Mann Schlagzeilen, bei dem zufällig festgestellt wurde, dass beinahe sein gesamter Schädelraum mit Hirnwasser ausgefüllt ist. Überraschend, aber nicht schlimm. Ein Wissenschaftsmagazin berichtete unter der Überschrift: „Ist Ihr Gehirn wirklich notwendig?“ (Lewin 1980, Science 210: 1232-1234) Seither machte die Hirnforschung große Fortschritte – unverändert ist das Staunen über diese Anpassungsfähigkeit.
So unterschiedlich unsere grauen Zellen strukturiert sind, so einzigartig sind unsere Wahrnehmung und die Art, wie wir uns mitteilen. Wobei auch mal etwas unverständlich bleiben kann: „[Petrus] wusste aber nicht, was er sagte“ (Lk 9,33).
Es ist ja auch kompliziert. Obendrein filtern wir, was wir wahrnehmen, und erinnern uns sowieso nicht an alles. Aber das, was Jesus im Andachtstext beanstandet, ist dann doch heftig. Ein Kapitel zuvor wird berichtet, wie Jesus den ratlosen Jüngern half. Und zwar zum zweiten Mal, denn zwei Kapitel vorher wird beschrieben, wie er schon einmal Brot vermehrte. Und jetzt ist immer noch unklar, wozu er in der Lage ist?
Mir könnte das nicht passieren. Immerhin steht gleich sechs Mal in den Evangelien, wie Jesus Brot auf wundersame Weise mehrte. Es gilt: Wer Hunger erlebt, nach Brot oder nach Gnade, darf seiner Hilfe gewiss sein. Naja – zugegeben: Wenn es ernst wird …
In seiner Antwort gab Jesus einen Hinweis, woran es liegt, falls wir ihn gerade dann vergessen, wenn wir ihn ganz praktisch brauchen. Er sprach vom Mangel an Glauben. Glauben, also Vertrauen, wächst durch dauerhafte Beziehung. Leben wir diese Freundschaft, prägt sie und bildet Denkwege in unserem Gehirn. Egal wie viel wir davon haben.
Der Mann, der fast nur Wasser im Kopf hat, hat übrigens Mathematik studiert und gilt als weit überdurchschnittlich intelligent (IQ=126).
Genug Platz für Wunder also in unserem Kopf.

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Perspektivwechsel

von am 26 Sep. 2012, gespeichert unter Glaubenssache

Nachdenkliches – Aufgeschreckt von einem hässlichen, unangenehmen Geräusch, gefolgt von einem unterdrückten Aufschrei fahre ich herum. Neben mir liegt mein Handy auf der Straße, das Glas zersprungen. Entsetzt sehe ich meine Tochter an. Gerade hatte ich das Mobiltelefon mit einigem Kram abgelegt und sie gebeten nichts anzurühren, hatte mich umgedreht – und schon ist mein Wort „vergessen“? Sekunden bekomme ich kein Wort heraus, Sekunden, die sie nutzt und davon läuft. In mir brodelt der Zorn auf. Während ich die Scherben aufsammle, tritt meine Frau heran und flüstert mir zu: „Überleg dir gut, was du sagst: sie pubertiert!“ Aber ich will Rache! Trotzdem schlucke ich die nächsten Sätze runter und warte ab.
Später setzt sich meine Tochter zu mir und murmelt: „Entschuldigung.“ Sie sieht geknickt aus. Ich hatte Zeit nachzudenken und so rücke ich zuerst die Verhältnisse wieder zurecht: „Es ist mir egal, was du kaputtmachst; egal, ob Handy, Auto oder Geige – du bist mir unendlich mehr wert, als alle Dinge, was auch immer sie kosten. Gegen dich sind Sachen unbedeutend.“ Damit ist das Eis gebrochen und bald wird klar, was uns bewegt: Weil wir uns wertvoll sind, wollen wir Aufmerksamkeit und Achtsamkeit.
Aus Schaden wird man klug, heißt es. Ist ein Schaden der Preis, eine Beziehung zu vertiefen, zahle ich ihn gern. Nun ja, vielleicht kommt es doch darauf an, wie teuer es wird und vor allem, wie wichtig mir die Beziehung ist. Ob mir ein Fremder so leicht davon gekommen wäre, wie meine Tochter?
Da wird mir bewusst, dass ich mal wieder etwas übersehe. Ein Perspektivwechsel hilft: was ist, wenn ich selbst der Verursacher des Schadens bin? Und wenn er schier unbezahlbar teuer ist?
Den Preis für unseren „Lebensschaden“ hat Jesus bezahlt – und zwar im voraus! Davon überwältigt zu sein, führt zur Bekehrung. Jesus wird wichtig und wir als Beschenkte und Nachfolger aufmerksam. Wir lernen, dass es gut ist, auch Fremden, ja selbst Feinden, in Liebe zu begegnen.
„Bitte,“ lieber Gott, „hilf weise zu handeln, wenn die Wut hochkocht.“ Und: „Danke, für kluge Menschen an unserer Seite!“

„Denn kaum wird jemand für einen Gerechten sterben; denn für den Gütigen möchte vielleicht jemand auch zu sterben wagen. Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus, als wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist.“ (Röm. 5,7.8)

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Die Sache mit dem Liebesbrief

von am 23 Apr. 2012, gespeichert unter Glaubenssache

Nachdenkliches

„Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister.“ Gal 3, 25

In meinen Händen liegt ein Liebesbrief. „Wie schön ist es, geliebt zu werden!“ lese ich und weiter: „Ich werde dich auf Händen tragen“. In meiner Vorstellung werden die Arme lang und länger und ich schmunzle in mich hinein. Da kommt mir eine Idee: Wie wäre es, aus solchen Briefen ein kleines „Gesetzbuch“ zusammen zu stellen? Nur für den Fall, dass die Liebe verfliegt. „Du sollst auf Händen tragen!“ Oder: „Bringe das Frühstück ans Bett!“ Dann bliebe, wenn die Liebe verflogen wäre, vielleicht so etwas, wie ein lebender Haushaltsroboter. Manche Menschen fühlen sich so.
Früher habe ich in der Bibel nur die „Beziehungsberatung“ wahrgenommen. Irgendetwas hatte mich zur Überzeugung gebracht, wenn ich alle Gesetze befolge, dann ist das Liebe. Deshalb konnte ich mit dem Satz „Gott macht uns frei vom Gesetz“ auch nichts anfangen. Wenn, dann macht er mich frei von der Strafe, dachte ich. Bis dahin aber gelte es, alle Regeln zu erfassen und sich daran zu halten, das wäre dann Liebe.
Heute weiß ich: Gott will keine Erdenroboter. Er hat mich frei gemacht. Ich liebe ihn, meinen Erretter. Diese Liebe macht jedes Gesetz überflüssig. Was natürlich nicht heißt, dass ich deshalb die Bibel wegräume. Ich lerne ja meinen Gott durch jedes Wort der Bibel besser kennen und freue mich zu entdecken, was er schätzt. Wer wirft schon Liebesbriefe fort?

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Nicht mächtig. Aber ganz.

von am 27 Sep. 2011, gespeichert unter Glaubenssache

Nachdenkliches

„Als nun Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der HERR und sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott; wandle vor mir und sei fromm.“ 1 Mose 17,1

„Wandle vor mir und sei ganz!“, formuliert der jüdische Gelehrte Martin Buber in seiner sprachgewaltigen Wiedergabe des Alten Testaments und bringt damit die Bedeutung des hebräischen Textes auf den Punkt. Gott ruft dem Wanderer zu: Folge der Stimme des Herzens, sei ganz, sei authentisch. Großes soll aus dir werden! Und zwar unabhängig davon, welche Hindernisse auf deinem Weg liegen. Im konkreten Fall erscheint der Umstand, 99 Jahre alt zu sein, für den Plan, eine Familie zu gründen, äußerst widrig; das Vorhaben geradezu lachhaft. Doch der Allmächtige verheißt, das Unmögliche möglich zu machen und ermutigt Abraham, der zu diesem Zeitpunkt noch Abram genannt wurde, „ganz“ zu sein.

Was ist der Sinn der Aufforderung? Ist der ungebrochene und fehlerlose, unbegrenzt selbstsichere Mensch das Ziel der Reise? Gerade in der Selbstüberschätzung lag für Abraham die ganz persönliche Gefahr des Scheiterns. Dreimal wird berichtet, wie Abraham sich selbst hilft, statt auf Gott zu setzen und wie er damit scheitert.

Den entscheidenden Impuls erhält der Appell durch den Namen, den Gott wählt, um sich zu beschreiben. Gott stellt sich vor als Gott der Allmacht. Er kann. Auch wenn Umstände dagegen zu sprechen scheinen. Er arbeitet mit Ungeeigneten, er lässt den, der sich als Versager fühlt, durch seine Gnade heil werden. Der ganze Mensch ist vor Gott willkommen, das Feigenblatt der Verdrängung unnötig.

Wer Gott die Richtung und den Rhythmus vorgeben lässt, wird nicht nur sicher wandeln, sondern sich auch sicher wandeln. Wer im Vertrauen auf Gott wandelt, wird verwandelt, ohne sich selbst fremd zu werden. Das macht Mut, ungekünstelt zu sein, Neues zu wagen, zuversichtlich voran zu gehen und geduldig der Erfüllung der Verheißung entgegen zu sehen.

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Ich kenne da einen Experten

von am 23 Jun. 2011, gespeichert unter Glaubenssache

Nachdenkliches – In der Stadtmitte zeigt mir ein türkisch-stämmiger Mitbürger seine Auslage. Einige der Pizzen enthalten Schweinefleisch. Darüber kommen wir ins Gespräch. Er fragt: „Sind sie Muslim?“ – „Nein, Christ.“ – „Dann sind es gesundheitliche Gründe, warum Sie kein Schweinefleisch essen.“ Der Zeitpunkt scheint gekommen, eine Bibelstunde zu halten. Er kann nicht weg laufen und ich muss sowieso warten. Also verkünde ich, dass es religiöse Gründe sind, blicke in sein erstauntes Gesicht und interpretiere das als Aufforderung, jetzt los zulegen. Ich beginne damit ihm zu erklären, dass die ersten Christen kein Schweinefleisch aßen. Als er – viel später – auch mal zu Wort kommt, stelle ich entsetzt fest, dass ich mich schon mit meinen ersten Worten in eine Schublade manövriert habe, aus der es kein Entrinnen mehr gibt. Weil er Schweinefleisch verkauft, wird der türkische Straßenhändler immer wieder von fundamentalistischen Muslimen angegriffen. Für so jemanden hält er mich jetzt auch. Extremist ist für ihn Extremist, egal ob Türke oder Christ.

Schade, denn es wäre womöglich anders gegangen. Hätte ich doch die Hauptsache zuerst genannt! Ich kenne da einen Experten in Sachen Mensch. Und das Beste ist: Er ist mein Freund! Ich vertraue ihm total, weil er sich radikal für mich eingesetzt hat. Womöglich hätte ich erzählen dürfen, was geschehen ist und vielleicht wäre darüber das Schweinefleisch in Vergessenheit geraten. Hauptsache, ich hätte mit der Hauptsache angefangen: Ich habe einen Gott, der mich liebt, der aus Liebe Mensch geworden ist und es bis zum bitteren Ende geblieben ist. Wir haben einen mitfühlenden Gott, einen Gott, der es gut mit uns meint. In allen Bereichen unseres Lebens. Gott hilft uns zu leben, im hier und jetzt, zum Beispiel durch Hinweise zu einem guten Ernährungsstil. Und in der Zukunft, wenn er sein Versprechen wahr macht, wiederkehrt und uns mit sich nimmt. Er rettet alle, die es wirklich wollen. Also das nehme ich gern für mich in Anspruch. Und du?

Euer Marc-Oliver

Das ist nun die Hauptsache bei dem, wovon wir reden: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der da sitzt zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel … der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben. (Hebr 8,1; 4,14-15)

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Eine schwere Geburt

von am 24 Mrz. 2011, gespeichert unter Unsere Kirche

Kurzandacht
Japan – Wenn sich der Eindruck aufdrängt, dass verstärkt und gehäuft Katastrophen über die Welt herein brechen, bietet ein Wort, das Jesus den Jüngern mitgab, Orientierungshilfe. Jesus zählt Erdbeben und „große Wasserwogen“ zu den Zeitzeichen und interpretiert sie als „Wehen“ (Mt. 24,7; Lk 21, 25). So wie Wehen, die die Geburt ankündigen, mit immer größerer Intensität auftreten, so deuten die sich überschlagenden Ereignisse auf den baldigen Anbruch eines neuen Zeitalters.
Ziel der Jesusworte ist, zu trösten und eine Perspektive zu geben, die über das Leid und die Zeit trägt. So sicher, wie die Geburt nach den Wehen eintritt, wird Jesus wiederkommen und einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen. Wen Hoffnung beseelt, kann die Betroffenheit nicht dauerhaft lähmen und Anteilnahme wird aktiv. Selbst Freude ist im Angesicht des Leides wieder möglich, wenn sich der Blick auf das Anlaufen der großen Rettungsaktion Gottes richtet.

Es wird sein wie bei einer Frau in den Wehen. Wenn ihr Kind erst geboren ist, verblassen die Schmerzen angesichts der Freude, dass ein neuer Mensch zur Welt gekommen ist. Jetzt seid ihr traurig, aber ich werde euch wieder sehen, und dann werdet ihr euch freuen, und niemand kann euch diese Freude nehmen. (Joh 16, 21.22 NL)

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Nachdenkliches

von am 21 Dez. 2010, gespeichert unter Unsere Kirche

Gerade hat mir Shirin geholfen den Gehsteig zum wer-weiß-wie-vielten-Mal von Schneemassen zu befreien, als sie mit sehnsüchtigem Blick einen Zeitungsbericht auf den Tisch legt. Auf der anderen Seite der Erde, im sommerlich warmen Australien, so lesen wir, entdeckte ein 14-jähriger Junge einen Wal vor der Küste. Er schwimmt hin, sie schauen sich an, er berührt ihn, streichelt ihn und irgendwann liegt er auf ihm und wird durchs Wasser getragen. Es ist der schönste Tag seines Lebens. Mein Töchterchen lacht und düst ab – und ich lese weiter. Jemand hat den Wal-Ritt gefilmt, Fotos erscheinen in den Zeitungen. Die Familie des Junge erfährt zu ihrem Erschrecken, dass für das Berühren des Wals 10.000 Dollar Strafe zu zahlen sind. Unangemessen klingt das, ich bin froh, Shirin das nicht erklären zu müssen und komme ins Nachdenken.

Ist es nicht ähnlich mit den 10 Geboten? Schnell ist eine Situation konstruiert, in der sie uns unangemessen vorkommen. Muss ich die Wahrheit sagen, auch wenn ich damit jemanden in Gefahr bringe? Aber ist deswegen, weil es solche Situationen gibt, das Gesetz schlecht? Von den 10 Geboten schreibt (ausgerechnet) Der Spiegel: „Diese Zehn Gebote sind und bleiben das Faszinosum der Kulturgeschichte, der unerschütterliche Prüfstein für humanes Ethos, dafür, ob ein Mensch Charakter hat oder auch nicht. Die stetige Orientierung an dem Grundgesetz dieser Gebote ist trotz allen historischen, moralphilosophischen, kasuistischen und naturwissenschaftlichen Einwänden gegen sie notwendig, wenn es mit der Menschheit noch ein paar Jahrtausende gutgehen soll. Die verstärkte Rückbesinnung auf ihre Einfachheit und Unbestechlichkeit gehört nicht zuletzt zu den Lektionen, die wir nach der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise lernen müssen.“ (online, 9.10.2010)

Ohne Walschutzgesetz gäbe es keine Wale mehr – und niemand hätte die Gelegenheit für ein solches Erlebnis mehr gehabt. Das Gesetz ist gut. Und Augenmaß auch. Und Gnade sowieso. Unsere Schuld hat Jesus am Kreuz beglichen. Bei dem Jungen hat es die Polizei bei einer Ermahnung belassen.

Dessen rühme sich, wer sich rühmen will: einsichtig zu sein und mich zu erkennen, zu wissen, dass ich, der Herr, es bin, der Gnade und Recht und Gerechtigkeit auf Erden übt. (Jer 9,24)

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Wahrheit oder Liebe?

von am 03 Sep. 2010, gespeichert unter Unsere Kirche

„Wenn Martin Luther sich an das Liebesgebot gehalten hätte, dann wären wir heute alle noch katholisch. Aber es ging ihm um die Wahrheit und daher war er nicht zu feige, auch für die Wahrheit zu kämpfen.“ – welch ein Denkfehler! Da Liebe das zentrale Anliegen des Evangeliums ist, ist sie der Kern jeder Reformation. Gerade weil Martin Luther das Liebesgebot als wichtigstes Gebot kannte, hat er Menschen die Angst vor der Hölle genommen und ihnen die frohe Botschaft mitgeteilt, dass Jesus den Preis für sie vollständig bezahlt hat.
Doch obwohl grottenfalsch, ist der zugrunde liegende Denkfehler weit verbreitet. Das Liebesgebot wird wegen geringer Meinungsunterschiede über Bord geworfen. Selbstgerecht werden Mitmenschen „um der Wahrheit willen“ verunglimpft. Noch bitterer wird dies dadurch, dass ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Aufreger-Themen schon bald überholt sind. Mitchristen haben auf Grund der Farbe eines Liederbucheinschlags rot gesehen, sind sich wegen Kopftüchern in die Haare gelegen und haben sich entzweit über Rocklängen, die den Namen noch verdienten. Sind solche Diskussionen die Wunden wert, die sie reißen? Ein Streitgespräch muss sich daran messen lassen, was am Ende dabei herauskommt. Sinnvoll sind Diskussionen ausschließlich dann, wenn sie zu mehr Liebe führen; nur dafür können notwendige Härten berechtigt sein. So beispielsweise bei der Frage nach der Bedeutung des Ruhetages. Am Ende kann ein mehr an Liebe zur Schöpfung, zum Schöpfer und zu einem mir gleichwertigen Partner stehen. Dafür streite ich gerne.
“Die auf dem Weg sind” so wurden die ersten Christen genannt (Apg. 9,2). Wollen wir Fort-schritte erzielen, dann ist alles daran zu setzen, dass wir unseren Weg mit Jesus und im gemeinsamen Einvernehmen gehen. Schon immer, auch in Zeiten des Apostelkonzils, war es notwendig, sich dafür Freiheit zu zubilligen. Nur wenn wir uns Raum geben, finden wir uns. Um auf dem einen Weg zu bleiben, hilft uns unser gemeinsames Ziel: Die Wahrheit kennen und lieben zu wollen, nämlich die Person Jesus Christus, der für uns starb, weil Gott uns liebt (Jo. 3,16).

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Liebst du schon oder führst du noch?

von am 30 Aug. 2010, gespeichert unter Unsere Kirche

Worms – Vor Kurzem nahm ich Teil an einer Veranstaltung zur Amtseinführung des Predigers einer Nachbarkirche. Der neue Kollege wurde sehr herzlich empfangen, der Funke sprang über. Zugleich gab es kaum einen Satz, der nicht von den Erwartungen sprach, die mit dem Amtsantritt verbunden waren. Passend zum Thema des Gottesdienstes hatte man die Bühne mit Accessoires aus der Schäferei dekoriert. Die Predigt griff das Bild auf und schilderte anschaulich die Hilflosigkeit der Schafe ohne einen Hirten. Darüber kam ich ins Nachdenken. Hatte ich es nicht anders erlebt? Auf einer Wanderung durch unwegsame korsische Berge beobachteten wir eine große Herde Schafe, die ohne Schäfer ihren Weg fand. Hilflos waren die Schafe ganz und gar nicht. Einige Zeit hatten wir diese großen Tiere schon angestaunt, wie sie sich immer wieder verteilten, um dann gemeinsam weiter zu ziehen, als wir beobachteten, wie einige von ihnen zögerten und lange abzuwägen schienen, ob sie ihren eigenen Weg zu einer verlockend saftigen Weide gehen oder weiter ihrer Herde folgen wollen.
Den Schafen, die aus dem Herdenverband aus welchen Gründen auch immer ausgeschieden sind, nachzugehen, das scheint die Aufgabe eines Hirten zu sein, wie ihn Jesus beschreibt: der Hirte als Retter, als Überbringer des Heils. Plötzlich wird mir klar, warum Jesus Petrus das „Weide meine Schafe“ dann aufträgt, als dieser gelernt hat, um was es eigentlich geht. Liebst du schon oder führst du noch? Führung darf sein, muss auch sein. Doch ist ihr Beweggrund nicht die Liebe, führt sie langfristig in die Irre. Die Gesellschaft bietet dafür leider viele Beispiele, man denke nur an die Finanzkrise. Gemeinde kann ein Gegenbeispiel, ein Vorbild sein, wenn wir gelernt haben, wie wichtig es ist, zu lieben.

Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! (Jo 21,16b) Geht hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel. (Mt 10, 6)

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